Deutscher Gewerkschaftsbund

01.02.2013

Mitgliederentwicklung: Mehr ist machbar

Den Gewerkschaften ist es 2012 gelungen, den Mitgliederrückgang zu stoppen und die Mitgliederzahlen bei rund 6,15 Millionen zu stabilisieren. Vier Gewerkschaften, die IG Metall, die NGG, die GEW und die GdP, konnten 2012 ein Mitgliederplus erzielen.

Ende 2012 zählten die acht DGB-Gewerkschaften insgesamt 6151184 Mitglieder. „Das entspricht einem kleinen Rückgang von 0,08 Prozent, liegt damit also im Promillebereich. Mit dieser ‚roten Null’ ist erfreulicherweise der Mitgliederrückgang der letzten Jahre gestoppt“, erklärt DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel. „Die deutschen Gewerkschaften sind wieder sehr attraktiv“, resümiert er. Im Schnitt sind 2012 täglich 923 Menschen neu in die Gewerkschaft eingetreten, deutlich mehr als in den Vorjahren. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Abgänge verringert. „Über fast 1000 neue Mitglieder täglich würde sich manche andere Organisation freuen“, so Hexel. Insgesamt haben die Gewerkschaften im DGB 337971 neue Mitglieder geworben. Mit der GEW, (+ 1,3 %), der GdP (+ 0,9 %), der IG Metall (+ 0,8 %) und der NGG (+ 0,3%) sind vier DGB-Gewerkschaften auch im Saldo nach Abzug der Abgänge im Plus.

Größte politische Jugendorganisation
Wie bereits 2011 konnten die Gewerkschaften insbesondere bei der Jugend punkten. Bei den Mitgliedern bis 27 Jahre beträgt der Zuwachs 3,6 Prozent, und der Jugendanteil unter allen Mitgliedern ist auf über acht Prozent gestiegen. Für Dietmar Hexel ist das ein Signal, „dass auch morgen mit starken, selbstbewussten DGB-Gewerkschaften zu rechnen ist“. Beispiel IG Metall: Mit einem Plus von 4,5 Prozent sind nun rund 223 000 unter 27-Jährige in der Gewerkschaft organisiert. „Wir bauen unsere Position als größte politische Jugendorganisation in Deutschland aus“, freut sich Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Auch ver.di konnte die Zahl der jungen Mitglieder um über 5000 auf nunmehr 108746 steigern. Und die IG BCE war 2012 bei der Mitgliederwerbung unter den Auszubildenden so erfolgreich wie im vergangenen Jahr. Zwei von drei Jugendlichen des aktuellen Ausbildungsjahrgangs sind bereits Mitglied.

Mitglieder

2012 ist es den DGB-Gewerkschaften gelungen, den Mitgliederrückgang zu stoppen. Vier Gewerkschaften – die GEW, die GdP, die NGG und die IG Metall – konnten ihre Mitgliederzahl gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Copyright: einblick

Früchte der Mitgliederoffensive
„Mehr ist machbar“, stellt Detlef Wetzel fest, nachdem die IG Metall gegenüber dem Vorjahr den Zuwachs von Mitgliedern von 0,28 auf 0,80 Prozent steigern konnte. Ende 2012 betrug die Zahl der Mitglieder der größten DGB-Mitgliedsgewerkschaft 2263707. Das sind 17947 mehr Mitglieder als 2011. „Unsere Mitgliederstärke macht uns durchsetzungsfähig“, betont Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall. Bereits im fünften Jahr in Folge ist es der GEW gelungen, 2012 ein Mitgliederplus zu erreichen. „Wir ernten die Früchte der Mitgliederoffensive, für die der Gewerkschaftstag 2005 den Startschuss gegeben hat. Wir freuen uns, dass sehr viele junge Pädagoginnen und Pädagogen in die Bildungsgewerkschaft eintreten“, erklärt der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne. Auch die GdP hat wie bereits in den letzten drei Jahren ihre Mitgliederzahl erhöht – 2012 um 0,88 Prozent.

Mitglieder II

Bereits 2011 hatte die IG Metall die Trendwende in der Mitgliederentwicklung erreicht. Im 2012 hat sie ihren erfolgreichen Kurs in der Mitgliederwerbung fortgesetzt. Besonders viele neue Mitglieder konnte sie bei der Jugend, bei den Leiharbeitskräften und den Angestellten werben. Copyright: einblick

Trendwende in Sicht
Die zweitgrößte DGB-Gewerkschaft ver.di hat das Jahr 2012 mit dem geringsten Mitgliederverlust seit der Gründung abgeschlossen. Zum 31.12.2012 waren insgesamt 2061198 Mitglieder in ver.di organisiert. 2012 traten 118 602 Mitglieder neu ein. „Die Trendwende ist noch nicht geschafft, aber sie kommt in Sicht“, fasst der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske zusammen. Auch bei der IG BAU „hält der Trend zur Stabilisierung weiter an“, sagt ihr Vorsitzender Klaus Wiesehügel. So konnte der Mitgliederrückgang gegenüber 2011 um 0,2 Prozentpunkte verringert werden. Für 2013 rechnet er wegen der Tarifrunden und der besseren Beschäftigungssituation in der Baubranche mit mehr Neuaufnahmen. Dauerarbeitslosigkeit sei nach wie vor ein Hauptgrund der Mitglieder, die Gewerkschaft zu verlassen, betont Wiesehügel.

Erschienen in: einblick 2/2013 vom 4.2.2013
Online seit: 1.2.2013


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